Eigenbedarfskündigung: Lieber zu viel als zu wenig schreiben

Eigenbedarf gilt gemeinhin als relativ einfach zu bewerkstelligender Kündigungsgrund. Das ist insofern richtig, als andere Kündigungsgründe meist eine ganz stichhaltige Begründung erfordern. Aber auch beim Eigenbedarf sind die Umstände, aus denen sich der Eigenbedarf ergibt, detailliert darzustellen.

Das bedeutet in erster Linie, dass es nicht reicht, den Eigenbedarf einfach zu behaupten. Die bloße Tatsache, dass man selbst oder ein Angehöriger gerne in der Wohnung wohnen würde, reicht nicht aus.

Man muss vielmehr exakt darlegen, warum es denn gerade diese Wohnung sein soll. Darum gilt es, möglichst alle Einzelheiten, die einen zum Einzugswunsch bewegt haben, auszubreiten. Dabei sollte man lieber zu viel als zu wenig schreiben – denn man kann übersehene oder für nicht so wichtig gehaltene Gründe nicht einfach nachschieben, sondern muss ggf. erneut kündigen.

Das bedeutet, dass man oft seine halbe Lebensgeschichte ausbreiten muss. Dazu gehört dann z.B. auch die Demenzerkrankung des Angehörigen, für den man die Wohnung braucht, oder die Tatsache, dass man sich gerade vom Ehepartner trennt. Das ist oft nicht einfach, solche Dinge zu offenbaren. Für eine erfolgreiche Kündigung ist es aber meist unumgänglich.