Kündigung über Dritte

Sollen andere Personen den Vermieter bei der Kündigung vertreten, ist das grundsätzlich möglich. Die §§ 164 bis 181 BGB sehen die Möglichkeit der Stellvertretung ausdrücklich vor, dies gilt auch für Kündigungen.

Eine Fußangel stellt aber § 174 dar:

Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das ein Bevollmächtigter einem anderen gegenüber vornimmt, ist unwirksam, wenn der Bevollmächtigte eine Vollmachtsurkunde nicht vorlegt und der andere das Rechtsgeschäft aus diesem Grunde unverzüglich zurückweist.

Der Vertreter muss also eine schriftliche Bevollmächtigung im Original vorlegen können. Legt er diese nicht dazu, kann der Mieter die Kündigung zurückweisen. Sie ist dann wirkungslos und kann nicht, auch nicht durch nachträgliches Vorlegen der Urkunde, geheilt werden. Nur eine neue Kündigung ist möglich – mit allen Folgen für die jeweilige Frist.

Eine Ausnahme dazu stellt aber der zweite Satz dieser Vorschrift dar:

Die Zurückweisung ist ausgeschlossen, wenn der Vollmachtgeber den anderen von der Bevollmächtigung in Kenntnis gesetzt hatte.

Wusste in diesem Falle der Mieter also, dass der Kündigende bevollmächtigt ist, reicht auch das aus. Damit kann der Vermieter aus dem Mieter zuvor mitteilen, dass ein anderer für ihn kündigen wird. Diese Mitteilung bedarf grundsätzlich nicht der Form für die Kündigung selbst und muss auch nicht durch eine Vollmachtsurkunde erfolgen. Ein Telephonanruf reicht also, allerdings sollte man die Nachweisprobleme nicht unterschätzen.

Im Zweifel sollte also doch sicherheitshalber immer eine eigens ausgestellte Originalvollmacht beigelegt werden. Davon abgesehen kann aber eine Kündigung durch Vermittlung Dritter durchaus sinnvoll sein, wenn man ein persönliches Zusammentreffen vermeiden will.